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Holzprodukte aus FSC® zertifizierter Forstwirtschaft. Was bedeutet das eigentlich?

FSC® steht für „Forest Stewardship Council®“. Es ist ein internationales Zertifizierungssystem für nachhaltigere Waldwirtschaft. Das Holz von Möbeln, Spielzeugen, Büchern, Bleistiften oder Bürsten mit FSC-Siegel kommt aus Wäldern, die verantwortungsvoller bewirtschaftet werden. Die Zertifizierung von nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und der Nachweis für Holz aus nachhaltigen Herkunftsquellen sind in den letzten Jahren zu einem wichtigen Thema geworden. Insgesamt werden mehr als 80 Prozent der deutschen Gesamtwaldfläche über die bereits strengen gesetzlichen Vorgaben hinaus nach den Kriterien unabhängiger Zertifikate bewirtschaftet.

Als Zertifizierungssysteme haben sich in Deutschland vor allem der Forest Stewardship Council (FSC, 1993 gegründet) und das Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC, 1999 gegründet) etabliert. Mit ihren Zertifikaten geben sie dem Verbraucher die Sicherheit, dass das gekennzeichnete Holz- oder Papierprodukt aus Rohstoffen von Wäldern stammt, die nach den Regeln einer ordnungsgemäßen, verantwortungsbewussten Forstwirtschaft bewirtschaftet werden.

Es gibt zehn weltweit gültige Prinzipien, die von allen FSC-Standards der verschiedenen Länder eingehalten werden müssen. FSC zertifiziert werden Wälder und Plantagen, die unter anderem nach strengeren ökologischen und sozialen Prinzipien bewirtschaftet werden. Das soll dazu beitragen, dass die Wälder langfristig erhalten bleiben können. Die Vorstellung ein FSC-zertifizierter Wald sei völlig unberührte Natur trifft ebenso wenig zu wie die Vorstellung aus dem Wald würde nur wenig Holz entnommen. Wichtigstes Ziel des FSC ist es, dass die Wälder unserer Erde gleichzeitig umweltgerechter, sozialverträglicher und ökonomisch tragfähiger genutzt werden.

Dies sind die 10 Prinzipien:

  • Prinzip 1: Einhaltung der Forstgesetze sowie der FSC-Prinzipien
  • Prinzip 2: Langfristige Besitzansprüche und Nutzungsrechte an Land- und Forstressourcen sollen klar definiert, dokumentiert und rechtlich verankert sein
  • Prinzip 3: Wahrung der Rechte indigener Völker
  • Prinzip 4: Die Waldbewirtschaftung soll das soziale und ökonomische Wohlergehen der im Wald Beschäftigten und der lokalen Bevölkerung langfristig erhalten oder vergrößern
  • Prinzip 5: Ökonomische Effizienz und Produktvielfalt
  • Prinzip 6: Gewährleistung von Biodiversität, Schutzfunktionen des Waldes und Landschaftsschutz
  • Prinzip 7: Erstellung und Umsetzung eines Bewirtschaftungsplanes
  • Prinzip 8: Kontrolle durch angemessene Dokumentation und Bewertung der Nachhaltigkeit
  • Prinzip 9: Erhaltung von Wäldern mit hohem Schutzwert
  • Prinzip 10: Plantagen können als Ergänzung zu naturnaheren Bewirtschaftungsformen soziale und ökonomische Vorteile liefern und den Druck auf Naturwälder mindern

Der FSC - 1993 in Folge des Umweltgipfels von Rio gegründet - ist eine nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation. Er führt Unternehmer aus der Holz- und Forstwirtschaft, Umweltverbände, Gewerkschaften, Vertreter der Zivilgesellschaft und indigene Völker zusammen. Alle am Wald beteiligten Interessensgruppen sind hier gleichberechtigt anerkannt. Dieses Konzept spiegelt sich in der Kammerstruktur der Organisation wider: Keine der drei Kammern kann überstimmt werden.

Der FSC bemüht sich um Transparenz. Zertifizierte Betriebe sollen in der Regel jährlich vor Ort von unabhängigen Gutachtern kontrolliert und die Ergebnisse öffentlich gemacht werden.

Seit 1997 gibt es den FSC als gemeinnützigen Verein auch in Deutschland. Die FSC Arbeitsgruppe Deutschland e.V. unterstützt als nationale Initiative den FSC International Center mit Sitz in Bonn und ist verantwortlich für den Deutschen FSC-Standard, der auf den gleichen zehn Prinzipien basiert, die auch international gelten.

Der WWF unterstützt die Arbeit des FSC und rät dazu, beim Einkauf von Papier- und Holzprodukten auf das FSC-Siegel zu achten.  Indem Verbraucher Papier- oder Holzprodukte mit dem FSC-Siegel kaufen, tragen sie also dazu bei, dass Wälder verantwortungsvoll und nachhaltig bewirtschaftet werden. Bei diesen Wäldern handelt es sich nicht um unberührte Naturwälder, sondern um neu aufgeforstete Wälder, die ökologisch und sozial verträglich genutzt werden. Auch das FSC-Siegel ist (noch) nicht perfekt, wie Kritiker gerne anmerken. Nach wie vor ist es aber der beste Anhaltspunkt für alle, die Wert auf nachhaltigen Konsum legen und Holzprodukte schätzen. Unternehmen, Umweltorganisationen und Vertreter indigener Gruppen arbeiten gemeinsam an der stetigen Verbesserung des Systems.

Mit dem Kauf eines zertifizierten Produktes haben wir Gewissheit, dass der Umwelt keinen Schaden zugeführt wird, da es einen vertrauenswürdigen Nachweis über die Herkunft erhält. Gerade durch die heutigen Umstände ist es besonders wichtig, bewusste und gut durchdachte Kaufentscheidungen zu treffen, vor allem wenn es um begrenzte und lebenswichtige Ressourcen geht. 

Aber, es gibt auch Gegenstimmen. Aufruhr sorgte eine z.B. ARTE Dokumentation. Dort wird beklagt, dass selbst Unternehmen, die beschuldigt werden, auch illegal geschlagenes Urwaldholz zu verarbeiten, würde das Ökosiegel nicht zwangsläufig vom FSC entzogen. Und selbst eine Firma, die für illegale Abholzungen im brasilianischen Regenwald verurteilt wurde, dürfe das Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft weiter nutzen. In einem Statement wehrt sich der Forest Stewardship Council (FSC) gegen den von Arte ausgestrahlten Film „Die Ausbeutung der Urwälder“ und seine Behauptungen. „Auch wenn wir uns als FSC bewusst sind, dass unsere Arbeit in einigen Bereichen noch weiterentwickelt und verbessert werden muss, sind wir bestürzt darüber, wie schamlos hier Fakten verdreht wurden.

Robbin Wood hat den FSC ebenfalls wegen der Kahlschlagpraktiken von FSC-zertifizierten Forstbetrieben in Schweden kritisiert. Vor allem wegen der Zertifizierung von Eukalyptus-Monokulturen in Südamerika und Südafrika und damit verbundenen sozialen und ökologischen Problemen ist Robin Wood dann 2009 aus dem FSC International ausgetreten. Robin Wood bleibt aber künftig aktiv in der nationalen FSC-Arbeitsgruppe Deutschland und erkennt an, dass der FSC auch dazu beiträgt, die Waldbewirtschaftung zu verbessern.

Ich hoffe, der Beitrag hat euch gefallen. Mir ist auf jeden fall klar geworden, dass es gut ist, wenn Organisationen genau hinschauen, dass man ins Gespräch kommt über zweifelhafte Praktiken um auf allen Seiten Verbesserungen anzustreben.

Wie immer freue ich mich über einen Austausch oder Feedback dazu.

Herzliche Grüße,

Sandra Plath

 

 

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